Am 20.09.2021 schrieben die Lübecker Nachrichten:

 

Ein städtebauliches Schmuckstück zeigt der Entwurf des Dienstleistungszentrums an der Alt-Möllner Straße.

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Mölln. Altersgerechtes Wohnen Mölln plant 157 Wohnungen mit Dachgarten in Hafennähe Wohnungen und ein Dienstleistungszentrum auf einer ehemaligen Industriefläche sind eine starke Antwort auf das Defizit an seniorengerechten Wohnungen in der Stadt Mölln: Der Clou: Eine terrassenförmige Begrünung, die in einen Dachgarten ausläuft. Was bescheiden als „grobe Grundplanung“ für das jüngste Wohnbauprojekt in Mölln vorgestellt wurde, stieß bei den Mitgliedern des Bauausschusses am Donnerstag auf große Zustimmung, teilweise sogar Begeisterung: Auf einem 2,4 Hektar großen Gebiet (ehemals Holzhandlung Michelsen) zwischen Elbe-Lübeck-Kanal im Osten, der Hafenstraße im Norden und der Alt-Möllner Straße im Westen sollen insgesamt 157 Wohneinheiten mit dem Schwerpunkt Altersgerechtes Wohnen entstehen. Mittelpunkt der Anlage ist ein Dienstleistungszentrum, das vom Architekturbüro Sprenger/von der Lippe (Hamburg/Hannover) so elegant geplant wird, dass es „in seiner Ästhetik der Stadt guttun würde“, wie Dr. Matthias Esche unter dem Beifall der Ausschusskollegen festhielt.
Die Fachdienstleiterin in der städtischen Bauverwaltung Kerstin Mett-Sprengel präsentierte zunächst den Entwurf für das Wohnangebot mit drei Schwerpunkten: Betreutes Wohnen (100 Wohneinheiten), altersgerechtes Wohnen (43 Wohneinheiten) sowie zwei Gebäude für familiengerechtes Wohnen oder Mehrfamilienhäuser mit zusammen 14 Wohneinheiten. Dazwischen eine Parkanlage mit einer Fläche von ca. 5000 Quadratmetern.

Bau könnte 2023 beginnen

Mit diesem Bauplan 123 wird die Stadt nicht nur ein attraktives Quartier hinzugewinnen, sondern insbesondere ein bekanntes Defizit an Wohnangeboten für Seniorinnen und Senioren auffangen, betont Mett- Sprengel. Sollte dieser Entwurf nach der anstehenden frühzeitigen öffentlichen Auslegung und den weiteren vorgesehenen Entwicklungsschritten zur Satzung heranreifen, „ist ein Baubeginn noch 2023 möglich“, schaut die Stadtplanerin voraus. Zwei Investoren stehen in den Startlöchern. Rund um die Wohngebäude werden verschiedene Dienstleistungsangebote sowie zusätzliche Einrichtungen wie ein Hospiz angesiedelt, das in Mölln bereits dringend gewünscht wird. Es soll nach diesem Entwurf noch ergänzt werden durch ein besonderes „Leuchtturmprojekt“ (Mett-Sprengel): ein Tageshospiz mit dem in Deutschland bisher noch relativ seltenen Angebot für eine teilstationäre Betreuung. Dieses Tageshospiz ist in dem beherrschenden baulichen Element des Areals vorgesehen, dem Dienstleistungszentrum aus dem Büro Sprenger/von der Lippe. Auf insgesamt 3400 Quadratmetern Nutzfläche ist ein dreistöckiges Gebäude geplant, das außerdem eine Ergotherapie Praxis, arbeitstherapeutische Einrichtungen, einen Bioladen mit Bistro sowie zusätzliche Mietangebote etwa für „Co- Working“ enthalten soll.

Grünes Dachparadies

Der besondere Clou ist eine Begrünung, die terrassenförmig am Gebäude über die drei Stockwerke hochgeführt wird und in einem Dachgarten ausläuft. Die Kernidee des Architekten Oliver von der Lippe heißt Treffpunkt: „Das überdachte Atrium, der Vorplatz, die Außentreppen sowie der Dachgarten bieten vielfältige Begegnungsmöglichkeiten für Beschäftigte, Patientinnen und Patienten, Anwohner und Gäste.“ Der grünen Gestaltungslinie entsprechen eine Errichtung im konstruktiven Holzbau sowie eine nachhaltige energetische Versorgung (Wärmepumpe oder Blockheizkraftwerk). Die Auswertung der Wohnsituation in Mölln zeigt einen hohen Bedarf an zusätzlichen Angeboten, erläuterte Stadtplanerin Mett Sprengel. Kurz- und mittelfristig, das heißt bis 2030, fehlen in Mölln rund 1000 Wohneinheiten: „Wir können aber nicht weiter in die Fläche gehen, sondern müssen vor allem Verdichtung im Innenbereich anstreben.“ Auch unter diesem Aspekt erscheint die „grobe Grundplanung“ auf einer ehemaligen Industriefläche als perfekte Lösung.

Matthias Schütt